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LT5. Nordpassage (zwischen Klaipeda und der lettischen Grenze)

Ab Šventoji gibt es einen asphaltierten Radweg nach Palanga, danach einen Weg durch den den Regionalpark Küste bis man wieder auf die Straße kommt

Butinge

Hat traurige Berühmheit erlangt als Zankapfel zwischen Litauen und Lettland, seitdem die Litauer dort, knapp hinter der lettisch-litauischen Grenze eine Ölverladestation gebaut haben, statt den lettischen Hafen Ventspils zu nutzen. Meistens herrscht in der Ostsee Südströmung vor, so dass bei einem Unfall hauptsächlich die lettische Küste zu leiden hat.

Šventoji

Hier fließt der gleichnamige Fluss (dt.: Heiligen Aa) in die Ostsee.

Nach archäologischen Forschungen gab es hier schon in der Jungsteinzeit vor 5000 Jahren eine Fischersiedlung der sogenannten „Narva-Kultur“. Es würden Gräberfelder und Grabhügel entdeckt. In einem dieser Gräber wurden 27 römische Geldstücke gefunden, die auf einen Bernsteinhandel mit dem Römischen Reich schließen lassen. Die Nordwestlitauer (Szemaiten) unterhielten hier den einzigen litauischen Hafen (der Rest der Ostseeküste war vom deutschen Orden besetzt). Anfang des 18. Jahrhunderts wurde der Hafen im Zuge der Schwedenkriege zugeschüttet. Nach dem ersten Weltkrieg bekam Litauen von Lettland dieses Gebiet wieder und man fing an, hier den einzigen litauischen Seehafen zu bauen. Dieses Projekt wurde aber fallen gelassen, nachdem Klaipėda/Memel 1923 zu Litauen kam. Die Rest des Hafens können noch besichtigt werden. Heute ist der Ort ein ruhiger Sommererholungsort.

Palanga (dt. Polangen)

Palanga ist der Sommerurlaubsort Litauens, das „litauische Mallorca“ mit Kneipen, Diskos und Musik (bis zu 100.000 Besucher bei 12.000 Einwohnern). Viele litauische Familien verbringen hier ihren Urlaub, Ausländer hingegen fahren lieber nach Nida.

Zur Sowjetzeit hatten viele Größen ihre Sommervillen. Der berühmteste ist wohl der Parteichef Leonid Breschnjew selbst, dessen Palast (mit allem Luxus) erst in den letzten Jahren fertig gestellt wurde. Er ist mit einer Übersetzeranlage für Konferenzen ausgestatten. Einige Präsidenten von UdSSR-Nachfolgestaaten haben hier schon Urlaub gemacht …

Sehenwert: Der Park und der Palast des Grafen Tiszkewicz, der diesen Ort 1824 kaufte. Im Schloss (1897) ist heute das sehr sehenswerte Bernsteinmuseum zur Geschichte des Bernsteins und mit schönen Austellungsstücken aus Bernstein. Der Park wurde 1897-1907 vom französischen Gartenbauer E. André errichtet in ihm wurde über 200 Arten Bäume vom Belgier B. de Colon gepflanzt.

Im Park steht der Birutes kalnas / Berg der Birutė (21,9 m). Hier soll früher ein heiliges ewiges Feuer der Litauer gebrannt haben, eine Art „litauisches Stonehenge“. Astronomisch wurden hier die Himmersrichtungen, Sonnenwenden und exajte. Mondpositionen bestimmt. Um die Person der heidnischen Priesterin Birute rankt sich die Legende von Birutė und Kęstutis. Die erste christliche Kapelle wurde auf dem Hügel 1665 errichtet, die heutige stammt von 1869. Man beachte das Kreuz mit den an heidnische Traditionen anknüpfenden Schlangen und Sonnenstrahlen!

Die neogotische Kirche (1907) stammt vom deutschen Architekten E. Schrandmann.

Im südlich gelegenen Ortsteil Nemirseta – der ehemals die Grenze zwischen Russland und Deutschland bildete: „Nimmersatt – wo das deutsche Reich sein Ende hat“ lernten die Kinder vor dem Ersten Weltkrieg in der Schule – kann man schöne Ansicht auf das Meer genießen, wobei der Name aus dem lettischen/kurischen kommt und „seta“ auf ein Gehöft hinweist.

Karkle

Karkle ist ein ethnokulturelles Schutzgebiet, dessen Ziel ist die charakteristischen Architektur des Landes zu schützen. Zur Sowjetzeit befand sich hier ein Militärgelände. Der große See, in dem es heute wieder Biber gibt, wurde damals z.B. zum Waschen von Panzern benutzt …
Sehr schön ist auch die Steinküste im Süden dieses Gebietes, der sog. „Holänderhut“/ lit.
Olandų kepurė. Hier befand sich vor dem Krieg eine Seenotrettungsstation.

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