Teil1-3

Quadrat 1. Text

Orte:

Nordufer (Variante A)

Zentrum von Kaunas – Vilijampolė – Žemieji Kaniukai – Raudondvaris

Südufer (Variante B)

Zentrum von Kaunas – Aleksotas – Kamšos Naturschutzgebiet- Pypliai

Kaunas (Kauno centras)

Detaillierte Informationen über Kaunas gibt es im Tourismusinformationszentrum, in speziellen lokalen Beschreibung (aktuell z. B. “Kaunas in Your Pocket”) sowie in jedem Reiseführer. Zum genaueren Kennenlernen der Stadt empfiehlt sich der Kauf eines Stadtplans. Den “Memel/Nemunas-Radweg” können Sie auf zweierlei Weise beginnen.

Variante B: Südufer

Entweder Sie nehmen die Südvariante, dann müssen Sie bei der Vytautas Kirche (Vytauto bažnyčia) über die Brücke von Aleksotas (Aleksoto tiltas) die Memel (Nemunas) überqueren und nach rechts Richtung Marvelė abbiegen, yur Landwirtschafts-Universität (Žėmės Ūkio Universitetas). Direkt hinter der Brücke können Sie mit einer Zahnradbahn (Funikulierius), die noch aus Vorkriegszeiten stammt, den Abhang empor klimmen und von oben eine schöne Aussicht auf Kaunas und besondere die Altstadt genießen. Mit der Bergbahn kann man gegen ein Extra-Entgeld auch Fahrräder mitnehmen. Richtung Marvelė fahren Sie auf dem Hauptweg. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt hier 50 km/h. Zusammen mit dem Autoverkehr geht es auf der verbreitert ausgebauten Straße Richtung Brücke. Nach der Kurve, noch vor der Kreuzung, biegen Sie rechts auf die Schotterstraße ab. Diese Schotterstraße führt zum Fluss. Sie fahren unter der Autobahnbrücke hindurch und dann auf einem Schotterweg mittlerer Qualität fast ohne Verkehr und mit schönen Ausblicken auf das Memel(Nemunas)tal.

Variante A: Nordufer

Aus der Altstadt an der Burgruine vorbei, aus dem Kreisel links und auf der Brücke über den Fluss Neris in den Stadtteil Vilijampolė und auf der recht stark befahrenden Hauptstraße Raundondvario plentas, der aus der Stadt hinaus führt. Dieser Weg ist asphaltiert und stark befahren. Zwischen Raudondvaris und Vilkija nimmt der Autoverkehr dann langsam ab. Fahren Sie vorsichtig auf Asphalt oder nutzen Sie die ruhige aber nicht asphaltierte Südvariante.

Nordufer (Variante A)

Raudondvaris [1334]

Nach Raudondvaris kommt man nach der Brücke über den Fluss Nevėžis und dem Weg aus dem Tal empor. Achtung! Hohe Verkehrsdichte und es gibt keinen Fahrbahnrand.

Burg (Pilis) Raudondvaris.

Rechts Abbiegen an der Hauptkreuzung im Städtchen. Zur Zeit befindet sich das Institut für Mechanisierung der Landwirtschaftuniversität in diesem Gebäude. Der Besuch der Burg ist nur begrenzt möglich. Historiker nehmen an, dass an dieser Stelle der Marschall des Deutschen Orden Ulrich von Jungingen 1405 eine Burg errichten ließ, die er Koenigsburg nannte. Man weiß nicht, wo sie genau stand, aber der Burg fiel zur Zeit des Konflikts zwischen den Kreuzrittern des Deutschen Ordens und den Litauern eine große Bedeutung zu. Sie lag an der strategische wichtigen Mündung des Flusses Neris in den Nemunas (Memel), muss ziemlich groß gewesen sein und sie wechselte mehrmals den Besitzer. I. Buschinski erwähnt die Kenigsburg zusammen mit Ritersverder, Gotesverder, Neu Kaunas (Kowno), Salyne. Was davon jedoch der Vorgänger der Burg Raundondvaris war, ist bis heute unklar. Im 16. Jh. wurde der Ort Oberhof (Aukštasis Dvaras) genannt und im folgenden Jahrhundert Oberes Rothof (Aukštasis Raundondvaris).Während des Aufstandes von 1830/31 brannte das alte Gutsgebäude ab, aber Graf Benedikt Tiszkewicz ließ es wieder errichten. B. T. war ein Arhäologie-Fan. Deswegen nennt man in den “Ersten Museumswissenschaftler” von Litauen und Raundondvaris wurde weit über die Landesgrenzen hinaus berühmt. Hier liegt er auch begraben, ebenso wie der hier geborene Komponist J. Naujalis. Reich ist die Vergangenheit dieses Ortes, aber mehr, lieber Freund, kann man beim Besuch des Museums im Palast erfahren. Auch der Park der “Burg” Raudondvaris ist von nationaler Bedeutung. Im Park steht eine außergewöhnliche rotblättrige Buche.

Südufer (Variante B)

Pflanzentier(Natur)-Schutzgebiet Kamša (Kamšos botaninis zoologinis draustinis) [374]

An der Memel (Nemunas) entlang, liegt linkerhand das Schutzgebiet Kamša in einem Wald am Tal liegt. Größe– 318 ha. Wer sich für die Geschenke der Natur interessiert, der findet hier Hohlen Lerchensporn (Corydalis cava), Efeu, Waldknoblauch und andere seltene Pflanzen. 1,5 km weiter – am Rande Schutzgebietes – und am Flüsschen Viekšnupis kann man sich die Eiche von Kamša (Kamšos ąžuolas) beschauen.


Quadrat 2. Text

Orte:

Nordufer (Variante A): Miškiniai – Netoniai – Kulautuva (Südlich am Fluss) – Paštuva – Bubiai – –Jaučakiai (Südlich im Wald)

Südufer (Variante B): Pypliai – Pyplių piliakalnis (Burgwall) – Kačerginė – Zapyškis – Rupinai – Altoniškių piliakalnis (Burgwall)

Nordufer (Variante A):

Raudondvaris – Šilelis-Netoniai

Von Raudondvaris nach Vilkija geht’s auf Asphalt(Variante A), oder über kleine Wege am Fluss lang. 1 – Diese Wege sind für Mountainbikes und erfahrene Radfahrer in besserer physischer Verfassug geeignet. Wir empfehlen, ohne Gepäck zu fahren – oder kleine Ausflüge ab Kaunas zu machen. Die Wege verlieren sich mitunter in den Feldern oder gehen in anderen Wegen auf. Manchmal geht’s auch den Flusshang rauf. Wir empfehlen auf jeden Fall eine gute Karte und einen Kompass… Bis zum Dorf Šilelis führt eine breite Schotterstraße. Kurz vor diesem Örtchen gilt es einen sandigen Weg zu finden, der entlang des Flusses Memel (Nemunas) führt. Am Ende findet man sich in den Kollektivgärten (Kleingartensiedlung) bei Netoniai wieder. Das Dorf selbst liegt am Memel(Nemunas)uferhang.

2 -Wer lieber Asphalt fährt, muss die Hauptstraße von Raudondvaris Richtung Jurbarkas nehmen. Der Weg hat zwei Fahrbahnen, ist nicht sehr stark befahren und hat breite Schotter-Ränder.

Netoniai

Nach 5,4 km kommt man zu diesem Dorf, das schon 1652 im Inventar des Gutshofs Raudondvaris erwähnt wird. Hier gibt es die Möglichkeit, auf dem schönen Aussichtsplatz am Steilufer ein wenig zu verschnaufen. 0,9 km weiter fließt das Flüßchen Karnavė in die Memel (Nemunas). Passionierte Mythologen können hier beim Bauernhof ihr Fahrrad lassen und auf die Suche nach den Resten einer heiligen Steins gehen, der ein wenig flussaufwärts im Wald liegt („Karnavės akmenėlis”), der auch “Teufelsstein” („Velnio akmuo“) genannt wird.

Die Legende erzählt, dass Teufel hier die mit Peitschen die Spitzen der Bäume abbrachen, so dass der Herr der Teufel, Luzifer persönlich, mit Ketten gefesselt lebendig unter den Stein geworfen wurde und wie das verwunschene Gut seiner Befreiung harrt

Wahr ist auf jeden Fall, dass der Stein nach dem Krieg gesprengt wurde und beim Wiederaufbau der Kirche von Raudondvaris verbaut wurde. Die Überreste sind ohne eine sehr gute Karte schwer zu finden. Sie liegen rund 120 m westlich von den Kleingärten im Wald, dort wo die Flüsschen (Bäche) Prokupis und Trakas zusammen­fließen. Etwas oberhalb hiervon befindet sich im Tal des Flüsschen Narėpa ein „Etymologisches Schutzgebiet“ – der einzige in Litauen bekannte von Hügeln umgebene archäologische Fundort.

Kulautuva

Hierher kommt man, wenn den schmalen und schlechten Weg den Abhang hinunter an der Memel (Nemunas) entlang durch die Kleingärten nimmt. Hinter den Gärten gibt es bis Kulautuva einen guten Weg. Weiter auf dem asphaltierten Hauptweg, beim Wegweiser nach Kulautuva links Richtung Memel/Nemunas und den Asphaltweg den Hügel hinab.

Der Name Kulautuva wird zum ersten Mal 1364 in den Chroniken des Deutschen Ordens erwähnt. Während des Aufstandes von 1863 gab es in der Gegend eine Armee von rund 5000 Aufständigen. Bis zum Anfang des 20. Jh. blieb es ein kleines Dorf, bis es ab 1933 zu einem bekannten Erholungsort wurde. Erster Leiter des “Kurortes” wurde der Oberst V. Augustauskas. Außerdem gibt es hier das Grab des “Bücherträgers” S. Bulota.

Die Legende erzählt, das hier vor langer langer Zeit ein König mit seiner Tocher lebte. Als die Kreuzritter dies Land angriffen, entfleuchte nur die Prinzessin mit ihrem Geliebten in den Wald und verteidigte nicht das Land ihrer Vorfahren. Daraufhin soll der Vater sie mit den folgenden Worten verflucht haben: “Unglück sei der Tochter, die nicht die liebe Heimat schützt. Im Namen der Götter bitte ich um Vergebung und verfluche sie auf ewig. Mächtiger Perkūnas [litauischer Donnergott], strafe sie!“ Die Tochter, die im Wald von Kulautuva am Fluss Narėpa stand wurde daraufhin zum Stein. Manchmal zeigt sie sich, fällt auf die Knie und bittet im Namen der Götter um Vergebung

Der “Prinzessin”-Stein („Karalaitės“ akmuo) wurde vor 1960 zerteilt und zum Bau benutzt. Je weiter man reist, desdo mehr erfährt man, wie viele Wunder von Menschenhand zerstört wurden, die nicht verstanden, was sie taten. Es gibt auch noch eine Variante, wie der Name Kulautuva entlang. Vor nicht allzu langer Zeit labten sich die ortlichen Flussfischer am Fisch. Dazu mussten sie im Winter mit Eispickel (lit. “Kuolas”) die Eisdecke aufschlagen. Diese Art zu Angeln wurde “Kūlavimas“ genannt – und daher auch der Name des Ortes.

Paštuva

Entlang des Flussufers führt ein löcheriger, teilweise geschotterter Weg bis Paštuva, der manchmal am Ufer aufsteigt. Die andere Variante: zurück zum Asphaltweg und Richtung Bubiai, davor links zum Kloster Paštuva (Paštuvos vienuolynas). Leicht kann man sich auch verfahren. Dann hilft nur Anwohner fragen. Auf dem Weg nach Paštuva kann man nach 1,8 km durch das Dorf Virbaliūnai fahren, das reich an archäologischen Denkmälern ist. Danach kommt man zum Kirchdorf Paštuva.

Die Gegend von Paštuva wird in den Chroniken des Ordens seit dem 13. Jh. erwähnt. 22 Mal wurde sie von den Truppen des Deutschen Orden angegriffen. 1369 wurde die Burg zerstört, alle Verteidiger kamen ums Leben und der Herrscher Girdovas wurde gefangen genommen. Archäologische und mythologische Forschungen verleiten zu der Annahme, dass diese Burg neben dem heutigen Vilkija stand, auf dem Burgwall Jaučiakiai (Jaučiakių piliakalnis). 1575 wird hier ein Gutshof erwähnt, der ab 1738 von einem berühmten litauischen Adeligen geführt wird – Ignas Karpis.

Der Legende zufolge liegt er auf dem Friedhof von Paštuva auch begraben und sein Grab ist zu einem Grabhügel aufgehäuft. Irgendwann hat er beim Spiel vom Grafen Tiszkevicz die Kapelle von Lygainiai gewonnen und ließ sie nach Paštuva umsetzen. Dafür soll ihn Gott gestraft haben – nach dem Tode spukt er herum und ängstigt die Menschen. Die unerschrockenen Einwohner von Paštuva hoben sein Grab aus und schnitten dem Toten den Kopf ab. Seitdem ist Ruhe. Aber ob dem wirklich so ist …

Auf dem Friedhof von Paštuva liegen außerdem die berühmten Aufklärer Juozas und Jonas Vailokaitis zur ewigen Ruhe.

Südufer (Variante B)

Burgwall Pypliai / Pyplių piliakalnis (X)

Einer der zahlreichen Burgwälle an der Memel (Nemunas). Schwer zu finden auf dem kleinen Weg entlang des Flusses. Man sollte nicht vor dem Abhang und dem schweren Aufstieg zurückschrecken – oben eröffnet sich ein herrlicher Ausblick auf die Mündung der Nevėžis in die Memel (Nemunas). Im Norden erblickt man die weißen Kirchtürme von Raudondvaris, im Osten Lampėdžiai, den Burgwall Veršvai und die Altstadt von Kaunas. Z. Ivinskis meinte, dieser Burgwall sei das berühmte Pilėnai, aber das ist reine Vermutung. Archäologen rechnen ihn dem 13.-15. Jh. zu. Und die örtlichen Bewohner haben viele Legenden über ihn.

Einer Legende zufolge gab es in diesem Hügel einen verwunschenen Schatz. Einmal grub ein Mann ihn aus und nahm ihn mit nach Hause, aber sein Glück währte nicht lange. Sein Haus wurde Opfer der Flammen und der Mann kam auf misteriöse Weise ums Leben. Andere erzählen, dass der Fürst Pyplys den Berg anhäufen ließ zu Ehren für seinen im Kampf mit den Kreuzrittern gefallenen Sohn. Und wieder andere sagen, dieser Wall sei von Napoleons Soldaten aufgeschüttet worden, die jeweils eine Mütze voll Erde herangetragen hätten …

Kačerginė

Am Fluss Memel (Nemunas) führt der geschotterte Weg direkt nach Kačerginė.

Früzeitliche Gräber aus dem 4-6 Jahrhundert wurden hier gefunden, aber die Siedlung an sich wurde erst nach dem ersten Weltkrieg gegründet. In den 30ern wurde es zum Sommererholungsort, gerühmt vor allem wegen seiner Kiefernwälder am schönen Flussufers. 1906 hat hier der litauische Schriftsteller Jonas Biliūnas (1879-1907) den Sommer verbracht und seine Erzählung “Brisiaus galas” geschrieben. 1961-1967 verbrachte (in der Mokyklos g. 34) der Schriftsteller und Wissenschaftler Vincas Mykolaitis-Putinas (geb. 1893) seinen Lebensabend hier. In dieser Zeit schrieb er zwei Poesie-Bände Būties valanda (Haushaltsstunde) und Langas (Das Fenster), und plante den vierten Teil seines Romanas Altorių šešėly (Im Schatten der Altäre). Letzteren beendete er aber nicht mehr, es blieb nur der handschriftliche Anfang. Im Haus des Autors gibt es jetzt eine kleine Ausstellung, am Haus ein Denkmal für diesen Klassiker der litauischen Literatur (Künstler B. Zalensas).

Nach dem Ort auf die asphalyierte Hauptstraße abbiegen und bis Zapiškis fahren.

Zapyškis

Die Legende erzählt, dass Stadt und Kirche vom Litauischen Großfürsten Vytautas gegründet wurden seien, dass an dieser Stelle ein heidnischs Heiligtum stand und Vytautas auf dem Opferstein den Altar errichten ließ. Außerdem erzählen die Alten, dass auf dem Nemunas (der Memel) ein Elch angeschwommen kam und auf seinen Hörnern trug er das Bild der Heiligen Jungfrau Maria. Aber da erzählt die Geschichtsschreibung etwas anderes.

DIE Attraktion von Zapyškis ist zweifellos die rote Backsteinkirche (späte Backsteingotik), die außerhalb am Flussufer in der Nähe des alten Ortes steht. Fürst Paul (Povilas) Sapiega (Sohn von Jan Sapiega) hatte 1566 Zapyškis vom König als Lehen bekommen. Es wurde ein Gutshof gegründet, der zuerst „Panemunė” hieß, spater Tarpupis und Sapiegiškis. Noch vor 1578 wurde die Kirche errichtet. Die Kirche von Zapyškis ist eines der wichtigsten Denkmäler der Spätgotik in Litauen. Sie litt zwar unter Bränden und Überschwemmungen, ist aber vom äußeren in ihrer ursprünglichen Form erhalten. Auf dem alten Friedhof (Senosios kapinės) gibt es den alten heidnisch-litauischen heiligen Ort, auf dem eine Kapelle errichtet wurde. Hier fließt in die Memel (Nemunas) die Quelle des Heiligen Johannes (Šv. Jono šaltinis), die – wie die Alten sagen – allerlei körperliche Gebrechen heilt. Am höchsten Platz des Städtchens, im Dorf Kluoniškiai, kann man ein Denkmal für den Schriftsteller A. Vištelis-Višteliauskis besichtigen, der aktiv im litauischen nationalen Wiedererwachen im 19. Jh. beteiligt war. Von altersher ging durch Zapiškis der Handelsweg der Hanse nach Tilsit (lit. Tilže, heute Sowjetsk im Gebiet Kaliningrad).

Ab Zapyškis fahren wir die Hauptstraße Richtung Šakiau. Nach 3 km steigt der Weg dem Abhang hinauf, dann muss man nach rechts Richtung Kriūkai abbiegen. Weiter auf dem asphaltiertem Weg entlang der Memel (Nemunas). Nach 5-6 km Ende des Asphalts, Beginn Schotter.

Burgwall Altoniškės / Altoniškių piliakalnis; Opferberg Riogla Rioglos alkakalnis.

Der Burgwall Altoniškės link an der linken Seite des Weges, von ihm eröffnen sich schöne Aussichten auf das Memel(Nemunas)-Tal

Die Legende erzählt, dass auf diesem Burgwall ein Heiligtum der Göttin Altonė, der Beschützerin der Jungfrauen, gestanden habe, in dem das heilige Feuer von einer schönen Priesterin bewacht wurde. Ein Weiser auf dem Heiligtum Dievogala verkuckte sich in diese Priesterin. Einmal, als er die Geliebte besuchte, war er nicht zeitig genug zurück, so dass sein Feuer erloschen war. Dafür wurde er auf dem Scheiterhaufen verbrannt und die Priesterin starb ohne ihren Geliebten wegen ihres gebrochenen Herzens.

Wahrscheinlich ist diese wie auch andere ähnliche Erzählungen vom alten heiligen litauischen Ort namen Rioglos kalnas (Riogla-Berg) “übertragen” worden. Dieser Berg ist unschwer zu finden, 160 m nordwestlich vom Burgwall Altoniškės. Außerdem fließt 900 m südöstlich vom Burgwall Altoniškės der Fluß Šventupis (wörtlich: Heiligfluss) in die Memel (Nemunas). Scheint eine ziemlich heilige Ecke zu sein. Alte Menschen erzählen, dass im Šventupis die Sünder ihre Sünden abwuschen.


Quadrat 3. Text

Orte:

Nordufer (Variante A): Vilkija – Wald von Ringovė – Ringovė – Wald von Skrebenai

Südufer ( Variante B): Jadagoniai – Burgwall Šėtijai – Burgwall Mikytai – Mikytai – Pavilkijys – Kretkampis – Žemoji Panemunė

Nordufer (Variante A)

Paštuva – Vilkija

Von Paštuva nach Vilkija kann man auf Feldwegen entlang der Memel (Nemunas) gelangen oder zurück auf der asphaltierten Hauptstraße. Der Weg am Fluss ist schwerer und leicht zu verlieren, aber schön für off-road Liebhaber und mit guten Ausblicken gesegnet. Versuchen Sie sich an die Pfade der Angler am Fluss zu halten, sie führen bis nach Vilkija.

Von altersher war Paštuva als Fischerdorf bekannt. Wer sich an den Fluss begibt, kann das immer noch nochvollziehen, obwohl niemand mehr diesem Beruf nachgeht. Nach ein paar Zwischenstopps an alten Friedhöfen und der Fahrt durch die Dörfer Brūžė und Kriemala gibt’s wieder mal ein besonderes Naturschmankerl. Das Vogelschutzgebiet von Karklė und das Pflanzenschutzgebiet von Paštuva. Direkt vor Vilkiją kreuzt der Bach Papiliakalnis den Weg. Wer sich diese Flüsslein aufwärts begibt, der kann auf einen Burgwall stoßen,der mit einem Tal und zahlreichen Legenden und Mythen umbegeben ist. Alle seine Geheimnisse und viele aus der lokalen Geschichte kann man bei einem Besuch im Ethnokulturmuseum von A. und J. Juškas (A. ir J. Juškų etninės kultūros muziejus) in Vilkija erfahren.

Vilkija [792]

Der Hauptweg biegt links ab und begibt sich ins Memel(Nemunas)tal hinab. Vorsicht! Der Hang ist steil, es gibt ein plötzliche Kurve, ein Teil des Seitenstreifens ist mit Steinen gedeckt und es gibt Autoverkehr. Vor der letzten Kurve kann man anhalten, dort eröffnet sich der Blick auf die Windungen der Memel (Nemunas).

In Vilkija gibt es Läden, eine Post, eine Erste-Hilfe-Station (“medicinos punktas”). Zum A.ir J. Juškų muziejus führen Wegweiser. Vilkija wurde nach der Schlacht von Tannenberg/Grünwald (litauisch: Žalgiris) im Jahre 1410 gegründet. Hier gab es einen Gutshof des Litauischen Großfürsten Vytautas (Deutsch: Witold). 1426 schrieb Vytautas einen Brief an den Großmeister des Deutschen Ordens, in dem der Name Vilkija zum ersten Mal erwähnt wird. Die Dokumente der Danziger Händler aus dem Jahr 1450 bezeichnen Vilkija als Zollamt (Erstes litauisches Zollamt am Nemunas). Exportiert wurden Wachs, Felle, Leder, Flachs; importiert: Salz, Stoffe, Seide. Das Zollamt förderte die Entwicklung der Siedlung – durch Vilkija führten die Wasser- und Landhandelswege von Vilnius nach Königsberg. Im 16. Jahrhundert wurden die Magdeburger Stadtrechte verliehen. Später wurde eine weitere Entwicklung durch Kriege, Epidemien und Feuersbrünste gestoppt. Der Name kommt wahrscheinlich von „vilkas“, litauisch für „Wolf“. Am hohen Ufer des Nemunas steht die neogotische Kirche St. Georg (1900-1908), deren spitze Backsteintürme von weitem zu erkennen sind. Vilkija ist eine der schönsten Kleinstädte am Fluss, die in Terrassen an Memel/Nemunas liegt. Wenn Sie sich für altes Handwerk interessieren, in der Kauno gatvė befindet sich eine Schule für Volkskunst mit vielen Textil- und Keramikarbeiten.

Ab Vilkija geht der Memelradweg am Nordufer (Teil A) auf der asphaltierten Hauptstraße in Richtung Jurbarkas (Georgenburg) – Šilutė (Heydekrug). In Vilkija kann man per Fähre auf die andere Flussseite übersetzen und am Südufer (B schwerer Teil der Trasse) bis zur Brücke bei Jurbarkas weiter fahren – oder zum „Fahrradring Suvalkija“ über Kriūkai-Liukšius abbiegen. Die Fähre fährt von Mai bis September am Flussufer im Zentrum.

Südufer (Variante A, Teil A)

Burgwall Šėtijai genannt Jundakalnis. [449]

Nach 3 km radeln vom Burgwall Altoniškės kommt man zum Dorf Jadagoniai. Hier, 400 m W vom Flussufer, S am Abhang des Flüsschens Liekė, kann man einen Opferberg (Alkakalnis) finden, der Ragakalnis oder Raguvos kalnas genannt wird. Einige Kilometer weiter, an der Grenze zwischen den Rajons (Landkreise) Kaunas und Šakiai können Sie versuchen, die steilen, von Wald bewachsenen Hänge des Burgwalls Šėtijai emporzukraxeln. Leider gibt es hier durch das dichte Blätterwerk wenig zu sehen. Der Schotterweg geht weiter nach Kriūkai. Dieser Weg soll in Zukunft asphaltiert werden.

Burgwall Mikytai (Mikytų piliakalnis) genannt Smailakalnis. [624]

Links des Weges, im Tal hinterm Dorf. Von diesem Burgwall kann man sich des breiten Memeltals und dem Städtchen Vilkija am anderen Flussufer erfreuen. In den Feldern östlich vom Burgwall gibt es Gräberfelder mit Menschen und Pferden aus dem 10.-12. Jahrhundert. Bei Ausgrabungen wurden hier reiche Grabbeigaben gefunden (Schwerter, Speere, Messer, Fibeln, Gebisse, Zaumzeug u.a.)

Übersetzen über die Memel (Nemunas), Auswahl der Route.

Nach 1 km befindet man sich schon im Dorf Pavilkijas. Hier kann man sich wieder einmal entscheiden, auf welcher Memel(Nemunas)seite man fahren will, denn nur hier gibt es eine Fähre über den Fluss. Die nächste Überquerung ist erst bei der Brücke Kidulis-Jurbarkas möglich. Der Südteil der Trasse B geht von Ilguva nach Kiduliai auf Schotterwegen. Der Teil von Ilguva bis zum Gelgaudiškis-Flusstal geht auf Anglerpfaden und wird “Off-road”-Radler erfreuen. Hier gibt’s sowohl genug schöne Naturaussichten als auch Adrenalinschübe auf den anspruchsvolleren Wegteilen. Die Kommunalverwaltung von Šakiai plant die Verbessung dieses Stückes für Radfahrer. Von Ilguva kann man auch oberhalb des Flusses auf der Schotterstraße entlang fahren und nach Plokščiai und Gelgaudiškis abbiegen, aber dieser Weg ist weniger interessant.

Sollten Sie sich entscheiden, am Südufer zu fahren (Teil B), dann geht es durch eine Lindenallee, über den Rest eines alten Gutshofes und nach 1,2 km kann man auf der Seite des Dorfes Nosiedai zwischen jungen Kiefern und Gestrüpp einen kleinen klaren See finden. Für lange Zeit wird es keine bessere Badegelegenheit geben.

Bis Kriūkų geht die Reise weiter auf dem Schotterweg, der manchmal sehr unschön zu radeln ist.

PavilkijysKretkampis

Pavilkijys wurde zum ersten Mal im XVI Jh. erwähnt. Hier wurde im Gutshof von Steponas Vaizbūnas Kretkampis 1866 eine steinerne Kapelle errichtet, die 1908 von Roman Zaremba restauriert wurde. Vor dem 2. Weltkrieg war es ein bekannter Sommererholungort zwischen Kiefern. Hier wurde ein Heim für alte Priester gekründet, an dass noch der hübsche Friedhofshügel erinnert.

Žemoji panemunė

Man nimmt an, dass Gut und Dorf Žemoji Panemunė Ende 15. Jh.. gegründet wurden. 1676 kaufte es der Geschichtsschreiber des Litauischen Großfürstentums A. Gelgaudas. 1727 überschriebt Frau Gelgaudienė-Sapiegienė das Gut Mykolas Čartoriskis. In der Zweiten Hälfte des 18. Jh. ging es in die Hände des Grafen Tiškevičius (Tiszkewicz) über. Die Hausherren wechselten häufig. Einige Franzosengräber erinnern daran, dass sich hier Einheiten der geschlagenen Armee Napoleons zurückzogen. Nach dem Krieg um Sewastopol (Krim-Krieg) wurde ein Teil des Gutsbesitzes enteignet und russischen Soldaten gegeben. 1 km nordwestlich liegt leicht zu finden der Burgwall. Man sagt, hier hätte eine Kreuzritterfestung gestanden, die von den Litauern zerstört worden wäre. Archäologische Funde bezeugen, dass dieser Burgwall schon im 1. Jahrtausend n. Chr. bewohnt war. 1732 wurde am Fluss eine kleine Holzkirche errichtet, die aber durch die häufigen Überschwemmungen zerstört wurde. 1877 wurde eine neue auf dem Berg gebaut. Der Besuch dieses Dorfes ist wegen der Stimmung wert und die übrig gebliebenen Gutshofgebäude erinnern an alte, bessere Zeiten.